Steckbrief
Interview

Fanfragen-Interview mit Joja vom 23.02.2007

  1. Warum berichtest du in deinem Weltreise-Tagebuch nicht über die Amerikareise? Kommt das noch? Und wenn ja, wann ungefähr?
  2. Am Anfang hab ich sehr enthusiastisch und gewissenhaft angefangen, die Weltreise zu beschreiben, aber irgendwann kam ich so in Urlaubsstimmung, dass ich den Computer kaum noch benutzt habe. Handschriftliche Aufzeichnungen existieren aber und werden voraussichtlich im Sommer in den PC eingegeben und dann online gestellt. Im Moment fehlt mir leider die Zeit dafür.

  3. In welchen Situationen hast du die besten Einfälle für neue Kompositionen?
  4. Wenn ich ausgeruht und ausgeschlafen bin.

  5. Wie ist "Panta Rhei" entstanden - gab es einen bestimmten Anlass/eine bestimmte Situation?
  6. Chopin hat mich dazu inspiriert. Ich hatte Chopin gehört und der hatte immer so Begleitungen und Melodien einzeln ‘rausgearbeitet, was ich dann bei „Panta Rhei“ aufgegriffen habe mit den Sextolen-Begleitungen. Übrigens ist das Stück zuerst entstanden, erst anschließend kam der Name. Durch diese fließende Bewegung kam ich auf den Philosophen Heraklit und dessen Ausspruch „alles fließt“.

  7. Hast du auch Schwächen, bzw. verrätst du, welche Schwächen es sind?
  8. Ich bin so ungeheuer bescheiden - lacht – Doch doch, natürlich hab ich Schwächen, ich bin flusig und unfokussiert. Wenn ich an Sachen arbeite, bin ich eigentlich am kreativsten, wenn ich hier ein bisschen was mache, dann wieder da, so bewahr ich mir aber auch mehr die Lust an etwas, als wenn ich immer nur eine Sache komplett durchziehen würde.

  9. Unter welchen Umständen hast du auch mal schlechte Laune?
  10. Schlechte Laune habe ich, wenn ich merke, dass Leute ihre Machtpositionen ausnutzen. Dann kann ich richtig sauer werden.

  11. Welche Fans sind dir am liebsten und wie gehst du mit aufdringlichen Fans um?
  12. Ich spreche ja zum Glück eine Fanklientel an, die ich nicht als sogenannte „Kreischies“ bezeichnen würde, sondern eher ein intelligentes, aufgeklärtes und unaufdringliches Publikum. Manchmal kam es dennoch vor, dass Fans zu aufdringlich wurden, aber da hab ich bislang immer einen Weg gefunden, mich da rauszuziehen, hatte also nie ein wirkliches Problem mit so etwas.

  13. Wie sieht deine Vor- und Nachbereitung für ein Konzert aus? (von der Anreise bis zur Abreise)
  14. Es ist nicht so, dass ich direkt vor einem Konzert noch viel übe. Einen Tag vorher bringt Üben noch etwas, am Tag des Konzertes bringt es mir nicht mehr so viel. Nach der Anreise kommt der Soundcheck, und dann gebe ich das Konzert. Das Üben des Programmes sollte man aber bis zum Tag vorher erledigt haben! Anschließend lass ich das Konzert mit meinen Mitstreitern Revue passieren, wir sprechen drüber, was gut und was auch mal nicht so gut gelaufen ist und versuchen, das Ganze bei einem Bierchen hinterher zu analysieren.

  15. Hast du schon einmal ein Konzert oder einen TV-Auftritt abgesagt, weil es nicht deinen Vorstellungen entsprach?
  16. Ja, klar, es kommt vor, dass es Sendungen gibt, die mir nicht gefallen oder Konzertsituationen, wo ich sage, dass ich das nicht machen möchte, weil der Rahmen nicht stimmt oder ich mich deplaziert fühle. Für mich ist es schwierig in einer Umgebung zu spielen, wo z. B. viele andere laute Bands spielen, weil ich als Pianist ziemlich leise spiele und sag dann solche Dinge ab, von denen ich meine, dass es nicht gut für mich ist, bzw. einfach nicht passt.

  17. Spielst du mal wieder in der Kirche in Berlin Spandau?
  18. Ist momentan noch nicht geplant. Aber dafür spiele ich im Schillertheater Berlin am 11.03.2007 (18:00 Uhr) und in Potsdam, Nikolaisaal am 29.09.2007 (20:00 Uhr).

  19. Schaust du eigentlich regelmäßig in deine Fanseite? Was gefällt dir an ihr? Und was könnte man ändern/ergänzen? Soll es auch mal ein Forum geben, in dem sich die Fans dann regelmäßig austauschen können?
  20. Die Fanseite finde ich großartig, die ist bestens geführt. Geht nicht besser. Optisch könnte das Design noch verbessert werden, aber inhaltlich ist sie super. Ein Forum hat keinen Sinn, weil es immer wieder Leute gibt, die dann Unsinn schreiben würden, außerdem ist sowas meiner Meinung nach für meine Klientel eher uninteressant. Austauschen können sich die Fans sonst auch über’s Gästebuch, wenn sie möchten.

  21. Kannst du dir vorstellen, zusätzlich in die Moderatoren-Branche (für musikalische Sendungen) zu gehen? Ist da vielleicht sogar schon was in Planung?
  22. Ja, kann ich mir vorstellen und es ist auch was in Planung. Wird bald kommen...

  23. Wird es mal wieder eine Sendung ähnlich wie „Wer kennt die Hits“ geben?
  24. Nein, lediglich die Idee des Improvisatorischen kehrt in der neuen Sendung ein wenig wieder.

  25. Entspricht deine jetzige Musikrichtung wirklich deiner tiefen inneren Überzeugung oder hat es kommerzielle Gründe? (Ein Boogie Konzert für wahre Fans dieser Musik in der Musikhalle für 25 Euro zu geben oder lieber 40-50 Euro für aufgepeppte Klassik (nicht abwertend gemeint) fürs gesetzte, ältere, zahlungskräftige Publikum ist natürlich schon ein Wandel.)
  26. Ich würde die Musik nicht machen, wenn sie mir nicht auch gefallen würde. Es gibt musikalische Entwicklungen im Leben. Nur beim Boogie Woogie zu bleiben, wär mir auf Dauer zu einseitig und zu langweilig. Es steckt so viel in tollen klassischen Kompositionen und deshalb spiel ich sowas gern. Das ist auch wirklich meine innere Überzeugung, das mach ich nicht aus kommerziellen Gründen. Dass es so gut läuft, ist nur ein positiver Nebeneffekt.

  27. Warum taucht bei dir und insbesondere bei Inga euer fast ein Jahrzehnt dauerndes Zusammenspiel selten auf? (In Inga’s Vorstellung zum 60. Geburtstag in der Mopo wurde diese Zeit gar nicht erwähnt!) Gibt es mal wieder einen gemeinsamen Auftritt mit dir und Inga?
  28. Ja, wir sind uns nach wie vor sehr wohlgesonnen und wir mögen und lieben uns auch. Bei Inga ist die Frumpy-Zeit wichtiger, ihre Anfänge, sie hat ja unheimlich viel gemacht, sie hat ja nicht nur mit mir gespielt (das waren 6 Jahre), sondern auch z. B. neue deutsche Welle, das ist ja auch völlig ausgeblendet. Wenn man bei Inga graben würde, findet man ganz viele Facetten und ich war halt eine Facette davon. Ich finde das gar nicht schlimm, dass ich da nicht erwähnt wurde. Wir sind uns aber freundschaftlich sehr verbunden und es gibt auch durchaus noch Berührungspunkte, sodass es sicherlich mal wieder vorkommt, dass wir zusammen spielen.

  29. Vermisst du deine Konzerte im Brauhaus, in der Lola, im Marstall etc. nicht sehr? Ist das nicht deine eigentliche innere Musikrichtung?
  30. Die Zeit war echt schön und hat viel Spaß gemacht und ich hab da alles gegeben, aber die Dinge verändern sich halt. Ich genieß die Zeit, die jetzt da ist, auch sehr.

  31. Guckst du vor einem Konzert ein bisschen durch den Vorhang, was da für Leute im Publikum sitzen und erkennst du einzelne Gesichter oder "arbeitest " du einfach drauf los und entscheidest dann ganz spontan, wem du z. B. die Hotelglocke gibst?
  32. Das entscheide ich tatsächlich spontan. Ich guck zwar vorher manchmal durch den Vorhang, was so los ist und wie die Leute drauf sind, aber wenn ich dann auf der Bühne bin, krieg ich ein Gefühl für’s Publikum. Wenn ich Leute wieder erkenne, sprech ich sie auch an. Aber das passiert alles wie gesagt spontan und nach Lust und Laune.

  33. In der Laeiszhalle hat mal ein Chor mit dir gesungen? Wird es so etwas in der Art mal wieder geben?
  34. Ja, das war eine gute Sache. Wir arbeiten dran, auf der Tour Chöre zu finden, die mit mir singen.

  35. Wird es mal wieder einen gemeinsamen Auftritt mit Stefan Gwildis oder Roger Cicero geben?
  36. Bestimmt, z. B. ist in Berlin am Gendarmenmarkt am 10. Juli ein großes Konzert geplant, wo Roger Cicero, Stefan Gwildis und ich dabei sein werden.

  37. Wie kam es dazu, dass die beiden und M&A bei deiner aktuellen CD „Mit 88 Tasten um die Welt“, die am 23.03.2007 erscheint, mitwirken? Sind sie in mehreren Titeln vertreten oder nur in dem Stück „Man müsste Klavier spielen können“?
  38. Nur in dem Stück. Es kam zustande, weil sie mich im Studio besuchten und dann spontan den Song mitgesungen haben.

  39. Was hältst du vom Grand Prix und den dort für Deutschland antretenden Interpreten, z. T. kennst du sie ja.
  40. Ich glaube, das ist eine gute Plattform für die Künstler, die eine ganz eigene Klientel haben und dann dadurch bekannt, bzw. bekannter werden (bundesweit).

  41. Könntest du dir vorstellen, so wie Dieter Falk, Jury-Mitglied in einer Castingshow, wie „Popstars“ oder „Deutschland sucht den Superstar“ mitzuwirken? Was hältst du überhaupt von solch Castingshows und deren Kandidaten?
  42. Auch hier muss ich sagen, dass es solche Musiksendungen überhaupt gibt, ist toll, weil es für diejenigen, die dort mitwirken, eine Riesenchance darstellt. In kommerziellen Werbeminuten ausgedrückt, wäre es ein Millionenbudget, das die sozusagen geschenkt bekommen. Im Grunde bin ich diesen Casting-Shows aber neutral gegenüber eingestellt. Wenn es Leute gibt, die das gerne angucken und lieben – und ich kenne viele, die es angucken und lieben – haben sie durchaus ihre Berechtigung. Nur die Sänger oder Bands haben das Problem, dass sie mit einem Riesen-Hype hochgepusht werden und denken, sie seien jetzt Stars, und das bliebe so, was aber nicht so ist. Nach ca. einem Jahr sind die meisten ja schon wieder vergessen. Und darauf müsste man sie vorbereiten. Ob ich bei so einer Jury mitmachen würde, hängt von dem Niveau der jeweiligen Sendung ab. Wenn’s hochwertig gemacht ist, vielleicht, aber ansonsten eher nicht.

  43. Was hörst du privat für Musik?
  44. Jazz-Musik.

  45. Vermisst du manchmal geregelte Arbeitszeiten? Wärst du lieber häufiger zu Hause bei deiner Familie?
  46. Manchmal vermisse ich geregelte Arbeitszeiten tatsächlich, das ist immer das, was man nicht hat, aber wenn ich sie dann hätte, würde ich wahrscheinlich das „Unterwegs sein“ vermissen. Aber auf langen Touren vermiss ich meine Familie natürlich. Deswegen muss ich jetzt auch weg, wieder schnell nach Hause – lacht!

  47. Bekommst du viele Geschenke von Fans? Und schreiben dir viele Fans e-mails? Schaffst du’s, diese persönlich zu beantworten?
  48. Ja, ich versuche jede e-mail persönlich zu beantworten, soweit das eben geht. Und ich kriege auch manchmal Geschenke, das kann übrigens ruhig so bleiben – also macht weiter so! ;-)